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Materialdatenblatt

Gesintertes Eisen und Kohlenstoffstahl

Diese Werkstofffamilie umfasst eisenbasierte Sintermaterialien mit oder ohne Kohlenstoffzusatz. Sie deckt kostengünstige Bauteile für geringe Belastungen, bearbeitbare Teile mit mittlerer Festigkeit, selbstschmierende Anwendungen sowie bestimmte magnetische Funktionen bei hoher Dichte ab.

Anwendungen

Eine wirtschaftliche und vielseitige Werkstoffbasis

Gesintertes Eisen und gesinterter Kohlenstoffstahl eignen sich für einfache mechanische Teile, Führungsfunktionen, Komponenten mit nutzbarer Porosität zur Imprägnierung sowie Bauteile, bei denen maximale Festigkeit nicht das Hauptkriterium ist.

  • Mechanische Teile mit geringer oder mittlerer Belastung
  • Buchsen, Führungen und öl-imprägnierbare Komponenten
  • Nach dem Sintern bearbeitbare Teile: Bohren, Gewindeschneiden, Drehen, Fräsen
  • Magnetische Anwendungen bei geeigneter Dichte und Reinheit
Wichtige Punkte

Dichte, Kohlenstoff und Behandlung bestimmen die Leistung

Die Dichte beeinflusst direkt die mechanische Festigkeit, die Biegefestigkeit, die scheinbare Härte und das funktionelle Verhalten. Die Zugabe von Kohlenstoff erhöht Festigkeit und Härte, kann jedoch bei höherem Gehalt die Bearbeitbarkeit verringern.

Dichte Kompromiss zwischen Festigkeit, Kosten und Porosität.
Kohlenstoff Erhöhte Härte und Festigkeit.
Behandlung Verbesserung von Verschleiß oder Oberfläche.

Anwendungsbereiche

Diese Übersicht fasst die häufigsten industriellen Anwendungen von gesintertem Eisen und Kohlenstoffstahl zusammen, mit einer bewusst funktions- und kostenorientierten Betrachtung.

Familie Typische Anwendungen Hauptvorteil
Unlegiertes Sintereisen Distanzstücke, einfache Buchsen, Verbindungsteile, Halterungen, gering belastete Teile Wirtschaftliche Lösung, gute Verdichtbarkeit, nutzbare Porosität zur Imprägnierung
Sintereisen hoher Dichte Einfache magnetische Komponenten, Kerne, wenig komplexe Magnetkreise Bessere magnetische Eigenschaften und höhere Festigkeit durch Verdichtung
Bearbeitbarer gesinterter Kohlenstoffstahl Nach dem Sintern gebohrte, gewindegeschnittene, gedrehte oder gefräste Teile Guter Kompromiss zwischen mittlerer Festigkeit, Härte und Bearbeitbarkeit
Behandelter gesinterter Kohlenstoffstahl Teile mit mittlerem Verschleiß, Nocken, Hebel, kleine mechanische Komponenten Höhere Festigkeit und Härte nach Wärme- oder Dampfbehandlung

Richtwerte mechanischer Eigenschaften

Die folgenden Bereiche fassen typische Werte für gesintertes Eisen und Kohlenstoffstahl in SI-Einheiten zusammen. Sie dienen der Vorprojektphase; die endgültige Auswahl hängt von Geometrie, Zieldichte und gewähltem Verfahren ab.

Werkstofffamilie Typische Dichte Scheinbare Härte Zugfestigkeit
Unlegiertes Sintereisen 6.1 – 7.3 g/cm³ 40 – 80 HRF 120 – 260 MPa
Bearbeitbarer gesinterter Kohlenstoffstahl 6.1 – 6.9 g/cm³ 25 – 55 HRB 170 – 260 MPa
Gesinterter Stahl mit hohem Kohlenstoffgehalt 5.8 – 7.0 g/cm³ 35 – 70 HRB 200 – 390 MPa
Wärmebehandelter Kohlenstoffstahl 6.3 – 7.1 g/cm³ 22 – 35 HRC 450 – 660 MPa

Wirtschaftliche Betrachtung der Werkstoffwahl

Die Auswahl besteht nicht nur darin, den höchsten mechanischen Wert zu erreichen. Materialkosten, Verdichtung, mögliche Bearbeitung, Imprägnierung und zusätzliche Behandlungen müssen ausgewogen berücksichtigt werden.

Industrieller Bedarf Werkstoffausrichtung Zu überwachender Kompromiss
Einfaches kostengünstiges Teil Unlegiertes Sintereisen mit mittlerer Dichte Sehr wirtschaftlich, jedoch begrenzte Festigkeit
Selbstschmierende Funktion Eisen oder Kohlenstoffstahl mit nutzbarer Porosität Porosität erleichtert die Imprägnierung, reduziert jedoch die mechanische Dichte
Bearbeitung nach dem Sintern Stahl mit mittlerem Kohlenstoffgehalt Guter Kompromiss zwischen Festigkeit, Härte und Bearbeitbarkeit
Höhere Festigkeit oder Härte Wärme- oder dampfbehandelter Kohlenstoffstahl Höhere Leistung, jedoch höhere Prozesskosten

Konstruktionshinweise

Für diese Werkstofffamilie ist die Enddichte ein zentraler Parameter: Sie beeinflusst die Biegefestigkeit, die scheinbare Härte, die verfügbare Porosität für die Imprägnierung sowie die Maßstabilität.

Die endgültige Auswahl sollte daher anhand der Zeichnung, der tatsächlichen Belastungen, des Bearbeitungsbedarfs, einer möglichen Imprägnierung und der gewünschten Zusatzbehandlungen bestätigt werden.

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